Central Project CP1
Entdeckung und Charakterisierung genetischer Veränderungen mit Prädisposition für myeloische Neoplasien
Genetische Erkrankungen, die mit einem hohen Risiko für myeloische Neoplasien verbunden sind, sind selten. Allerdings haben sie große Auswirkungen auf die betroffenen Menschen und ihre Familien. Die Diagnose dieser seltenen Erkrankungen mit Leukämieprädisposition stützt sich auf Analysen und den Nachweis krankheitsrelevanter Genvarianten – doch gelingt dies nicht bei allen Patienten mit Verdacht auf eine genetische Prädispositon.
Es ist davon auszugehen, dass bei einem Teil dieser Betroffenen ursächliche genetische Veränderungen in bislang nicht assoziierten Risiko-Genen vorliegen. Die gemeinsame Analyse von Patienten mit einem einheitlichen Phänotyp erlaubt es hier Gene zu identifizieren, deren krankheitsrelevante Veränderungen zu einem erhöhten Leukämierisiko führen Die gleichzeitige Analyse der genomischen Veränderungen mit Hilfe neuester Methoden und deren Auswirkungen auf Transkriptom-Ebene erleichtert das Auffinden neuer kausaler Varianten.
Ein Problem stellen die zahlreichen „Varianten unklarer Signifikanz“ (VUS) dar, die im Rahmen der genetischen Aufarbeitung insbesondere von bisher wenig untersuchten oder nicht assoziierten Genen gefunden werden. Die klinische Bedeutung dieser VUS kann nicht abschließend beurteilt werden, so dass es nicht möglich ist, klinische Konsequenzen daraus abzuleiten. In einem innovativen Ansatz und durch interdisziplinäre Zusammenarbeit von Hämatologen, Genetikern, Biologen und Bioinformatikern wollen wir die VUS genetisch und funktionell klassifizieren und die Patienten mit diesen Veränderungen phänotypisch charakterisieren, um so die Basis für eine klinische Nutzung der genetischen Information zu schaffen.
Darüber hinaus wird die Etablierung neuer diagnostischer Algorithmen die klinische Versorgung von Menschen mit Prädisposition für myeloische Neoplasien verbessern.